Sportverein Brokeloh

 

Aktion “Natur aktiv erleben”

Am 16. September 2012 beteiligte sich der Sportverein Brokeloh an der Aktion “Natur aktiv erleben“ , die vom LandesSportBund Niedersachsen, der Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz und von Radio NDR 1 Niedersachsen ausgerichtet wurde. Niedersachsenweit gab es Veranstaltungen, die Sport und Naturschutz zusammenführten. Eine dieser Aktionen lief unter dem Thema „Radtour und Führung durch das Naturschutzgebiet Rehburger Moore“ zu dem auch der Sportverein Brokeloh alle Interessierte eingeladen hatte.

Sammelpunkt war -wie so häufig- die Alte Schule in Brokeloh. Anschließend ging es bei schönstem Sonnenschein mit dem Fahrrad Richtung Brokeloher Mühle bis an die Grenze des Naturschutzgebietes (NSG). Dort stießen eine weitere Gruppe aus Leese sowie die beiden fachkundigen Führer Conrad Löhmer und Klaus Gänsslen zu den Brokeloher Radlern. Diese Beiden haben die Entwicklung des NSG über lange Jahre begleitet: Löhmer als Naturschutzbeauftragter hat das Gebiet betreut und direkt mitgestaltet, während Gänsslen amtlicherseits als Leiter des Naturschutzamtes beim Landkreis Nienburg die behördliche Zuständigkeit besitzt.

Mit Kartenmaterial erfolgte eine Einweisung in das Gebiet. Gänsslen und Löhmer erläuterten die Unterschiede zwischen einem Nieder- und einem Hochmoor und schilderten die zeitliche Entwicklung des NSG mit dem Ziel einer Renaturierung des Gebietes zu einem Hochmoor durch Wiedervernässung. Dabei kamen auch einige Probleme zur Sprache, wie die Absackungen der Landesstraße nach Rehburg oder der Weigerung einiger Landwirte zum Verkauf von minderwertigen Flächen innerhalb des NSG.

Nach dieser Einweisung ging es dann weiter durch das NSG zu einigen exponierten Stellen, an denen Herr Löhmer als Biologe auf die Flora und Fauna des Moores einging und viele interessante Dinge berichten konnte.  Mittels konkreter Beispiele wurde die Situation eines entwässerten Hochmoores aufgezeigt, wo das Moor degeneriert ist und durch eingewanderte Pflanzen wie Pfeifengras und Gehölze die hochmoortypischen Arten verdrängt wurden. Der frühere bäuerliche Torfstich und die Umwandlung in Grünland mit der damit verbundenen Grabenentwässerung sind Ursachen dieser Änderung.

In heutiger Zeit gilt es jedoch die restlichen Hochmoore zu erhalten und ehemalige Gebiete möglichst wieder zu renaturieren, da immer mehr Tier- und Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet sind und kaum noch Lebensraum besitzen. Es wurde diskutiert, wo das Birkhuhn geblieben ist, oder der Kiebitz, den viele Teilnehmer in ihrer Jugend noch zuhauf auf den Wiesen und beim Ackern erlebt haben. An diesen Beispielen ließ sich anschaulich nachvollziehen, dass Naturschutzgebiete eine wichtige Funktion in unserer Zeit haben und noch erweitert werden müssen. Sie dienen nicht nur als Flächen für seltene Pflanzen und als Brut-, Rast- und Nahrungsplätze für gefährdete Tiere, sondern insbesondere Moore haben auch eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz. So binden die Moorpflanzen große Mengen an dem Klimagas CO2 und vermindern damit die von den Menschen verursachte Klimaerwärmung.  Doch hierfür benötigen die Moose ein nähr- und sauerstoffarmes Milieu, wie es nur ein intaktes Hochmoor gewährleistet. Herr Löhmer wies darauf hin, dass der durch absterbende Moose entstehende Torf mit 1 Millimeter pro Jahr sich sehr langsam bildet. Daneben wurde auf viele typische Moorpflanzen wie z. B. den Heide- oder Moospflanzen, der Moosbeere, dem Wollgras, dem fleischfressenden Sonnentau oder auch auf Vögel wie dem Schwarzkehlchen oder dem aufsteigenden Kranichpaar hingewiesen und hierzu entsprechende Details erläutert.

Nach der Exkursion im Moor ging es dann über den Leierberg zurück Richtung Brokeloher Mühle, wo die Teilnehmer noch einige Infobroschüren von Herrn Gänsslen erhielten. Nach Verabschiedung von der Leeser Gruppe und den beiden Führern radelten die Brokeloher zurück zur Alten Schule, um den Tag bei einem Umtrunk ausklingen zu lassen.

Der besondere Dank gilt den beiden Führern, Herrn Löhmer und Herrn Gänsslen, die mit ihrer fachlichen Kompetenz sehr viele Informationen zu dem Naturschutzgebiet vermittelt haben und allen Fragen gerecht wurden. So war es nicht nur eine Radtour durch die Natur, sondern vor allem eine informelle und lehrreiche Veranstaltung in Sachen Naturschutz mit einer sportlichen Note.

Einige Fotos von der Tour:

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